Während des Frühstücks - wir können tatsächlich wieder draußen sitzen- kommt der Platzchef mit einem Pickup vorbei und hält kurz an, um uns zu informieren, dass der See heute für Boote und Schwimmer gesperrt sei. Er nennt auch den Grund dafür, leider so leise und schnell, dass wir nicht daraus schlau wurden weshalb der Seezugang heute nicht möglich ist. Bestimmt hängt es mit dem Unwetter gestern zusammen. Wir haben kein Problem damit, da wir heute weiterfahren. Aber die, die vor allem wegen dem See hier sind, werden umdisponieren müssen. Die Familie mit fünf Kindern gegenüber unserer Site, stand bereits fertig ausgerüstet für einen Angelausflug auf Papas Boot.
Was macht unser Camper? Susanne hatte heute früh wie durch ein Wunder einen Flecken Mobilnetz erwischt und bei einigen Campgrounds an der Küste nachgefragt, ob sie für diese Nacht noch Vakanzen hätten.
Mit bangem Gefühl starten wir den Motor und fahren die ersten Meter. Dann kommt die erste Steigung: Susanne gibt beherzt Gas, und die Automatik schaltet ordnungsgemäß herunter. Gott sei Dank!
Damit sind auch alle Überlegungen zu möglichen Alternativen hinfällig: Wir können nun doch zum Springbrook National Park fahren.
Durch das hügelige Hinterland, der Region zwischen Küste und Gebirgszug, rollen wir dahin und erfreuen uns am wieder zuverlässig rauf- und runterschaltenden Getriebe. An vielen Stellen sieht man Spuren des gestrigen Unwetters. Die Bäche sind vielerorts über die Ufer getreten und führen immer noch viel Wasser, Wiesen sind überschwemmt. An manchen Stellen wären wir gestern nicht durchgekommen, die vielerorts in Straßensenken angebrachten "Flood Marker", sie geben die Höhe einer Überflutung an, wurden gestern gebraucht.


In Beaudesert - bestimmt wird dieser Ort nicht so französisch ausgesprochen wie der Name verheißt - kehren wir auf einen Kaffee bei McDonalds ein, auch um über das dortige Free WIFI den nächsten Blog-Bericht hochzuladen. 
Südlich von Canugra wird es spannend: Zunächst sind Hochhäuser in der Ferne zu sehen. Anfangs halten wir sie schon für die Skyline von Brisbane, tatsächlich sind es die Hochhäuser der Gold Cost.
Außerdem nimmt die Straße Bergstraßencharakter an und führt kurvig entlang des Lake Advancetown Stausees. An dessen Ende biegen wir in eine kleinere Straße ein. Hier warnt ein großes Schild vor starken Steigungen und davor, dass sie für Wohnanhänger und große Fahrzeuge nicht geeignet sei.
Genau an dieser Stelle kommt uns ein Lastwagen entgegen; wenn der die Straße schafft dann wir erst recht.
Es geht wirklich steil bergauf, 17% zeigt ein Schild an. Unser Camper zuckt nur mit den Schultern und schaltet zwei Gänge zurück. Spätestens hier wäre mit den gestrigen Automatik-Problemen Endstation gewesen.
Oben angekommen teilt sich die Straße, Richtung Springbrook wird es noch schmaler.
Aber auch hier oben wohnen Leute, kaum zu glauben, es gibt sogar eine Schule.
In den Nationalpark führt dann eine Stichstraße. 