Heute steht SCENIC WORLD auf unserem Programm, ein Dinosaurierpark und Regenwald-Lehrpfad, der unterhalb von Katoomba in einem von schroffen Felsen eingefassten Tal liegt und mit mehreren Seilbahnen erschlossen ist. Wir könnten dorthin auch laufen, jedoch müssen wir heute unbedingt einkaufen, da die Vorräte nach den Sydney-Tagen komplett aufgebraucht sind. So nehmen wir doch den Camper und können in einem Aufwasch direkt auch die notwendigen Besorgungen machen.
Im SCENIC WORLD bekommen wir einen guten Parkplatz - mit einem Camper nicht immer selbstverständlich - und trotz scheinbar ordentlichem Andrang auch sehr schnell unsere Tickets. Los geht's.
Als erstes steht die Talfahrt mit der laut eigener Aussage steilsten Seilbahn der Welt an, der Scenic Railway. Eine Bahn mit mehreren Schulklassen fährt vor uns hinab. Klar, in Australien ist Schuljahresende, vielleicht auch hier die klassische Zeit der Ausflüge und der Überbrückung der Tage bis zu den Zeugnissen.
Dann steigen auch wir in den Zug ein und los geht die Fahrt. Unmittelbar nach der Einstiegsstelle knicken die Schienen nach unten ab, und es geht gefühlt beinahe senkrecht runter, teils mit Blick auf die grandiose Landschaft, teils durch einen Tunnel - ein toller Spaß und Nervenkitzel für alle, die das unerschrocken angehen können.
Unten beginnt ein auf einem breiten Steg durch den Regenwald gebauter Weg, der weiter in Richtung Talgrund führt.
Zunächst geht der Weg vorbei an den alten Bergwerkseingängen aus Zeiten des Kohlebergbaus zwischen 1878 und 1930, dem nicht nur die Erschließung dieses Teils des Tales, sondern auch die steile Bergbahn zu verdanken ist, die wir gerade benutzt haben. Tafeln geben Auskunft über die damalige Zeit. Besonders beeindruckend finden wir die Darstellung der Beziehung zwischen den Mineuren und ihren Arbeits-Ponys; die Tiere waren gleichwertige Kameraden, mit denen man lachte und trauerte und deren Gesundheit über alles ging.
Entlang des Weges stehen mehr als 60 Dinosaurier, die sich bewegen und zum Teil Geräusche machen. Ein Riesenspaß für unseren Dinosaurier-Experten, der hier voll auf seine Kosten kommt.Unterhalb der Dinos setzt sich der Weg im Regenwald fort unter den mächtigen jahrhundertealten Turpentine-Bäumen.
Hier sind nicht mehr viele Menschen unterwegs, und hier sehen wir das nächste typisch australische Tier: Ein Lyrabird (Leierschwanz), ein scheuer und flinker fasanengroßer Vogel mit einem immensen Federschmuck.Wir freuen uns sehr, sind diese Vögel doch recht selten zu sehen.
Am Ende des Lehrpfades und des DINOSAUR VALLEY führt eine "normale" Seilbahn (Cableway) wieder hinauf. Auch diese ist recht steil, Oskar ist ganz vorne an der Scheibe und genießt die Fahrt in vollen Zügen.
Die dritte Seilbahn namens Skyway führt als Panorama-Bahn über eine tiefe Schlucht und über die Katoomba Falls hinweg.
Auch dies keine Bahn für schwache Nerven; vor allem wenn man in der Mitte steht, wo sich die Bodenplatten nach Fahrtbeginn von einer Milchglasscheibe in durchsichtig verwandeln und man senkrechten Tiefblick hat.
Auch dies keine Bahn für schwache Nerven; vor allem wenn man in der Mitte steht, wo sich die Bodenplatten nach Fahrtbeginn von einer Milchglasscheibe in durchsichtig verwandeln und man senkrechten Tiefblick hat.
Auf der anderen Talseite gäbe es einen Wanderweg namens "Prince Henry Cliff Walk" zu den Wasserfällen und zur Felsformation der THREE SISTERS. Oskar und ich gehen beide Wege, kehren jedoch vorzeitig wieder um, da uns die Ausblicke nicht so recht gefallen. Vor allem bei den THREE SISTERS gibt es bessere Ausblicke, und den Wasserfall mit seinen mehreren Stufen sieht man am besten aus der Skyway bei der Überfahrt.
Also gondeln wir wieder zurück und genießen ein zweites Mal den Aus- und Tiefblick.
Für das Einkaufen fahren wir zum ALDI in Katoomba und zum gegenüberliegenden WOOLWORTH - sehr praktisch angelegt hier. Zurück am Campground kommen wir mit unseren direkten Site-Nachbarn ins Gespräch. Sie kommen aus Wollongong und haben auf der Rückfahrt von einer Familienfeier ein paar "days for hiking" hier in Katoomba angehängt. Sie war vor vielen vielen Jahren im München, "but it was after the Olympics", fügt sie schmunzelnd hinzu. Nun reisen die beiden durch die Welt, gerne "overseas", und waren auch schon in Italien und Spanien, das sie sehr lieben. Ihre Kinder und Enkel leben in Newcastle genau auf der anderen Seite von Sydney, das wären oft drei Stunden Fahrt, deshalb seien Besuche strategisch zu planen. Interessant zu hören: Einmal durch Sydney durch ist fahrzeitmäßig die Hälfte der Fahrt von Weilheim nach Dresden. Wir erfreuen uns an dem regen Austausch, so aufgeschlossene und nette Nachbarn hatten wir bislang nicht hier auf unserer Tour.
Zum Abendessen treffen wir uns wieder mit Kathrin und Felix; die beiden haben sich zu Beginn ihrer Australien-Tour einen Grill gekauft und uns eingeladen: Bringt das Fleisch mit, wir grillen. Und da Felix etwas vom Grillen versteht bekommen wir nicht nur eine leckere Marinade, sondern auch perfekt gegrillte Filets und einen weiteren entspannten und abwechslungsreichen Abend mit den beiden. Wunderbar.
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