Nach der Suche der Verbindung - "no problem, they ride so often you don't need a timetable" meinte gestern die Frau am Campground Office - stellt sich die Frage nach dem Ticket. Und auch hier ist es absolut unkompliziert: Man fährt mit Kreditkarte, hält diese beim Ein- und Aussteigen an einen unübersehbaren Kartenleser, und es wird automatisch der günstigste Tarif ermittelt und abgebucht, gedeckelt auf einen maximalen Tages- und Wochenbetrag. Wer keine Kreditkarte nutzen möchte oder für Kinder gibt es die aufladbare Opal Card, ähnlich wie die Octopus Card in Hongkong, die dann nach dem gleichen Prinzip wie die Kreditkarten funktioniert. Praktischer und fairer geht es nicht. Kein Tarifdschungel, kein Rätselraten vor dem Fahrkartenautomaten. Man fragt sich: Warum ist so etwas bestechend Einfaches im Deutschland der Streifenkarten und unübersichtlichen Zonentarife nicht auch möglich?
Wir besteigen also in der Früh den Bus 199, der uns in 25 Minuten zur Manly Wharf bringt. Hier haben wir direkten Anschluss an die Personenfähre. 

Es ist warm aber ziemlich neblig, als das Schiff ablegt. Wird es klappen, dass wir Oper, Brücke und Skyline überhaupt sehen? Wir hoffen das Beste und starren hinaus in den Dunst.
Aber dann: Als wir um die Landzunge von Bradleys Head herumfahren, hebt sich der Vorhang, blauer Himmel kommt zum Vorschein und die Skyline von Sydney ragt vor uns auf.
Und da ist es, das wahrscheinlich bekannteste Opernhaus der südlichen Hemisphäre, hell leuchtend in der Morgensonne. Dahinter der riesige Stahlbogen der Harbour Bridge. Gänsehaut. Und die Erfüllung eines Traums: Für mich ist dieser Blick einer der großen Höhepunkte des Urlaubs.

"Was für Dich die Koalas sind, ist für mich dieses Panorama" sage ich zu Susanne, während wir dieser Kulisse entgegenfahren.
Unmittelbar unter den Hochhäusern legen wir im großen Fährterminal CIRCULAR QUAI an. Hier herrscht großstädtisches Gewusel. Fähren gehen in alle Richtungen ab, eine Etage höher halten die Vorortzüge, Menschen hasten durcheinander, Touristen wie wir schauen sich suchend um, über allem liegt ein vielfältiger Geräuschemix. Ich liebe solche Plätze, gerade in fernen Metropolen.
Wir steigen hier nur um in eine andere Fähre, sie sind in dieser Metropole normales Verkehrsmittel. Unser Ziel ist der Taronga Zoo. Wieder einmal vor die Wahl gestellt, was man mit einem kleinen Kind in einer Großstadt unternehmen kann, fällt die Entscheidung uns in Sydney leicht: Als notorisch weltweite Zoogänger zieht uns dieser Tierpark an, gilt er doch als einer der schönsten weltweit.
Eine Viertelstunde dauert die Überfahrt. Anschließend wartet ein Bus für die Fahrt zum Haupteingang, der am oberen Ende des am Hang angelegten Geländes liegt. Als letzte Fahrgäste dürfen wir quasi noch auf den vollbesetzten Bus aufspringen, bevor der stirnrunzelnde Fahrer die Türen schließt.
Zur Einstimmung besuchen wir den australischen Parkteil. Die Känguru- Abteilung ist noch recht unspannend angelegt, was uns nicht stört, haben wir sie doch schon vielfach gesehen. Dafür ist das große für die Koalas angelegte Gehege umso schöner. Wir können sie uns hier auf Bäumen sitzend, aber auch aus allernächster Nähe anschauen, selbstverständlich schlafen alle tief und fest.