Mittwoch, 11. Dezember 2024

06. Dezember 2024 North Narrabeen - Sydney - North Narrabeen

Nachdem wir gestern nur durchgefahren sind geht es heute hinein nach Sydney. Dafür nehmen wir von unserem Campingplatz den Bus zur Fähre nach Manly und von dort per Schiff nach Sydney. 
Nach der Suche der Verbindung - "no problem, they ride so often you don't need a timetable" meinte gestern die Frau am Campground Office - stellt sich die Frage nach dem Ticket. Und auch hier ist es absolut unkompliziert: Man fährt mit Kreditkarte, hält diese beim Ein- und Aussteigen an einen unübersehbaren Kartenleser, und es wird automatisch der günstigste Tarif ermittelt und abgebucht, gedeckelt auf einen maximalen Tages- und Wochenbetrag. Wer keine Kreditkarte nutzen möchte oder für Kinder gibt es die aufladbare Opal Card, ähnlich wie die Octopus Card in Hongkong, die dann nach dem gleichen Prinzip wie die Kreditkarten funktioniert. Praktischer und fairer geht es nicht. Kein Tarifdschungel, kein Rätselraten vor dem Fahrkartenautomaten. Man fragt sich: Warum ist so etwas bestechend Einfaches im Deutschland der Streifenkarten und unübersichtlichen Zonentarife nicht auch möglich?  
Wir besteigen also in der Früh den Bus 199, der uns in 25 Minuten zur Manly Wharf bringt. Hier haben wir direkten Anschluss an die Personenfähre. 
Es ist warm aber ziemlich neblig, als das Schiff ablegt. Wird es klappen, dass wir Oper, Brücke und Skyline überhaupt sehen? Wir hoffen das Beste und starren hinaus in den Dunst.
Aber dann: Als wir um die Landzunge von Bradleys Head herumfahren, hebt sich der Vorhang, blauer Himmel kommt zum Vorschein und die Skyline von Sydney ragt vor uns auf. Und da ist es, das wahrscheinlich bekannteste Opernhaus der südlichen Hemisphäre, hell leuchtend in der Morgensonne. Dahinter der riesige Stahlbogen der Harbour Bridge. Gänsehaut. Und die Erfüllung eines Traums: Für mich ist dieser Blick einer der großen Höhepunkte des Urlaubs."Was für Dich die Koalas sind, ist für mich dieses Panorama" sage ich zu Susanne, während wir dieser Kulisse entgegenfahren. 
Unmittelbar unter den Hochhäusern legen wir im großen Fährterminal CIRCULAR QUAI an. Hier herrscht großstädtisches Gewusel. Fähren gehen in alle Richtungen ab, eine Etage höher halten die Vorortzüge, Menschen hasten durcheinander, Touristen wie wir schauen sich suchend um, über allem liegt ein vielfältiger Geräuschemix. Ich liebe solche Plätze, gerade in fernen Metropolen.
Wir steigen hier nur um in eine andere Fähre, sie sind in dieser Metropole normales Verkehrsmittel. Unser Ziel ist der Taronga Zoo. Wieder einmal vor die Wahl gestellt, was man mit einem kleinen Kind in einer Großstadt unternehmen kann, fällt die Entscheidung uns in Sydney leicht: Als notorisch weltweite Zoogänger zieht uns dieser Tierpark an, gilt er doch als einer der schönsten weltweit.
Eine Viertelstunde dauert die Überfahrt. Anschließend wartet ein Bus für die Fahrt zum Haupteingang, der am oberen Ende des am Hang angelegten Geländes liegt. Als letzte Fahrgäste dürfen wir quasi noch auf den vollbesetzten Bus aufspringen, bevor der stirnrunzelnde Fahrer die Türen schließt.
Zur Einstimmung besuchen wir den australischen Parkteil. Die Känguru- Abteilung ist noch recht unspannend angelegt, was uns nicht stört, haben wir sie doch schon vielfach gesehen. Dafür ist das große für die Koalas angelegte Gehege umso schöner. Wir können sie uns hier auf Bäumen sitzend, aber auch aus allernächster Nähe anschauen, selbstverständlich schlafen alle tief und fest.
Nachtaktive Tiere können in einem beinahe dunklen Umfeld betrachtet werden, nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Bilbos flitzen umher, und hier kann man auch ein Blick auf ein Schnabeltier werfen, das in zügigem Tempo seine Bahnen durch ein Terrarium zieht.
Die Giraffen haben den besten Platz im Park, sie haben einen unverbauten Blick auf die Stadt, über der die Sonne mit dem hartnäckigen Nebel kämpft.
Die lustig gemachte Seelöwenschau macht Spaß. Hier wird sogar der Verweis auf den Sponsor als eigener abschließender Programmpunkt präsentiert: Eines der beiden Tiere kommt noch einmal alleine auf die Bühne und zieht an einem Seil, worauf sich die Plakate der Firmen entrollen. Heiterkeit und Schlussapplaus sind garantiert.
Für uns der schönste Teil des Zoos ist die Tigersafari. Vor dem weitläufigen abwechslungsreichen Gehege geht man zunächst durch ein nachgebautes Dorf, das einen ein wenig auf Sumatra einstimmen soll, sehr nett gemacht einschließlich Tuctuc und indonesischer Musik. 
Dann trennt einen nur noch eine Glasscheibe von den Großkatzen. Diese haben gerade ihre aktive Tagesphase, so können wir sie aus mehreren Blickwinkeln betrachten. Gelegentlich ist man dabei sogar nur Zentimeter von den Tigern entfernt. Das ist mit das Eindrucksvollste, was wir bisher in einem Zoo erlebt haben.
Spaß macht auch der Rote Panda, der ebenfalls gerade aktiv ist. Laut Infotafel wird hier seit Jahrzehnten erfolgreich die Nachzucht der seltenen Tiete praktiziert, die Nachkommenschaft aus Sydney ist weltweit in den Zoos zu finden.
Zum Abschluss stehen noch die Pinguine auf unserem Programm. Auf diese hat man eine Unterwassersicht, die kleinen Vögel tauchen an einem vorbei. Eine schöne Ergänzung zu unseren Erlebnissen auf Phillip Island.
Als wir völlig beeindruckt und begeistert, aber auch recht erschöpft wieder in die City zurückschippern, hat sich der Himmel verdunkelt, ein Gewitter liegt in der Luft und zeigt sich dann auch mit Wetterleuchten am Horizont.
Auch im Licht eines aufziehenden Unwetters schauen die weltbekannten Sehenswürdigkeiten klasse aus. Und was der Oper ohne Sonne an Grandezza fehlt, macht die Brücke wieder wett.
Auf der Fahrt zurück nach Manly Wharf liegen erste Regentropfen in der Luft, es bleibt aber trocken.
Am Anleger liegt strategisch günstig eine Filiale von BETTY'S BURGER. Wir kehren zu einem vorgezogenen Abendessen ein und nehmen auf der Terrasse Platz. 
Beim Essen betrachten wir real australian life: Anzugträger ohne Krawatte und Frauen in Sommerkleidern kommen von der Fähre, Badegäste vom nahen Strand laufen mit noch nassen Bikinis oder Badeshorts vorbei, manche das Surfbrett unterm Arm, aufgetakelte Mädels und elegant gekleidete Männer und Frauen sind auf dem Weg zu einem Event in der Stadt. Jeder scheint gut gelaunt und wie so oft hier schon gesehen rgendwie mit mindestens einem halben Bein im Urlaub zu sein. 
Tu Felix Australia.

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