Dienstag, 10. Dezember 2024

05. Dezember 2024 Bulli Beach - North Narrabeen

Heute steht ein besonderes Fahr-Abenteuer an. Wir müssen durch Sydney durch. Problem dabei: Vermeidung der Toll Roads, da wir uns ich wirklich erkundigt haben, wie mit dem Camper die Mautstraßenabrechnung funktioniert. Also haben wir das Auto-Navi und parallel Google Maps so eingerichtet, dass bei der Routenfindung Toll Roads vermieden werden.
Während wir frühstücken, ist auf der am Campingplatz vorbei führenden Seepromenade jede Menge Betrieb. Jogger, Walker, Hundeausführer, es scheint uns mal wieder, als wäre beinahe jeder Australier sportlich.
Nach dem CheckOut gehen wir als erstes an den Strand, am Sandon Point, fast direkt neben dem Campingplatz. Wie beinahe immer steht auch hier ein großer gut ausgestatteter Parkplatz zur Verfügung, es gibt sogar Duschen. Und wie immer in Australien ist dieser Parkplatz kostenlos.
Eine Stunde verbringen wir am Meer. Es ist bedeckt aber warm. Oskar flitzt wieder auf und ab durchs Wasser, für ihn ist so ein flacher Strand mit seiner zwar abenteuerlichen aber ungefährlichen Brandung herrlich.
Beim anschließenden Duschen kann ich kurz ein Gespräch zwischen einem Handwerker und einer Surferin, die ebenso gerade vom Strand kam, etwas mitverfolgen - der Inhalt: Surfbretter. 
Entlang der Küste geht es nordwärts. Erstes Highlight ist die Sea Cliff Bridge, eine 665 m lange vor die hohen Felsklippen und über dem Meer gebaute Brücke. Über ihre eleganten Kurven kann man so vor den Felsen an der Küste entlang fahren. Damit man sie sich auch anschauen und auf ihr spazieren kann ist direkt am Brückenende ein Parkplatz. Die Brücke direkt über der Felsenküste und wie sie sich in Schwüngen dem Verlauf der Klippen anpasst gefällt uns sehr. So langsam lässt sich auch die Sonne wieder blicken.
Weiter nördlich Richtung Sydney liegt der Royal National Park, den wir von Süd nach Nord durchfahren. Er war nach dem Yellowstone National Park der weltweit zweite Nationalpark und wurde 1879 gegründet, um Kohleabbau zu verhindern. Sein ursprünglicher Name war  schlicht "The National Park", er wurde jedoch 1955 nach einem Besuch von Königin Elisabeth II. umbenannt.
Leider verläuft die Straße fast nur durch dichten Regenwald in den niedrigen und Eukalyptuswald in den höheren Lagen. Lookouts oder Ausblicke gibt es nur über längere Trails zu finden, die Anzahl an Parkplätzen an den Zugängen der Wanderwege ist allerdings mehr als überschaubar. Die Stichstraße zum schönen Garie Beach ist bis auf weiteres gesperrt, das wussten wir schon über die Website des National Park Service, jedoch finden wir auch im Bereich des Örtchens Bundeena keine Stelle, an der wir ohne lange Wanderung zum Meer gelangen könnten. So fahren wir aus diesem Nationalpark mit nur ein flüchtigem Eindruck wieder raus. 
Nun haben wir die Ausläufer von Sydney erreicht. Wir fahren ein letztes Mal auf den Princes Highway auf und folgen ihm auf den letzten seiner 2.200 Kilometer von Adelaide bis hierher. 
Es geht nun hinein in die Vororte der Metropole - Sutherland, Rockdale, Newtown heißen die Vorstädte, die wir auf vielspurigen Straßen durchfahren, mal mit grüner Welle bei den Ampeln, mal ohne.
Rechts sehen wir kurz die Botany Bay. Hier setzte James Cook am 29. April 1770 seine ersten Schritte auf diesen neu entdeckten Kontinent, von dem bis dahin nur einige rudimentäre Berichte unter anderem von Abel Tasman bekannt waren. Im Gegensatz zu ihm war Cook der Glückspilz unter den Entdeckern. Seine Expedition war eigentlich ausgesandt worden, um im bereits bekannten Raum der Südsee den Durchgang des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe am 3. Juni 1769 zu beobachten. Dies war Teil eines weltweiten astronomischen Großprojektes zur Bestimmung der Entfernung Erde - Sonne. Anschließend hatte er unter anderem den Befehl, den Ozean um den 40. südlichen Breitengrad zu erforschen, um den seit der Antike von Wissenschaftlern postulierten „Südkontinent“ zu finden, die "Terra Australis Incognita". Cook stieß dabei auf Australien und betrat eben genau hier australischen Boden. 
Auf unserer Fahrt kommen wir zum Glück trotz voller Straßen gut voran. Susanne behält auch in der engen Durchfahrt von Newtown die Übersicht und steuert uns sicher durch das hier fast schon indisch anmutende Gewusel. Wir sehen griechische und nepalesische Shops, eine große mazedonisch-orthodoxe Kirche, viele chinesische Schriftzeichen und vietnamesische Restaurants, dazwischen Kinder in Schuluniform, das Ganze mit Linksverkehr und britisch gesitteter Fahrweise. In Marseille, San Francisco oder Brooklyn hätte das wahrscheinlich deutlich chaotischer ausgesehen.
Irgendwann steht - auf unsere Navis ist Verlass - endlich "Harbour Bridge" auf den Schildern. 
In Downtown Sydney werden die Straßen zwar wieder breiter, es geht jedoch recht verwinkelt und unübersichtlich zwischen den Hochhäusern hindurch und durch einige dunkle Tunnel. 
Dann taucht endlich die berühmte Brücke vor uns auf. Sie ist nordwärts mautfrei, was uns nun die Überfahrt ermöglicht. Was für ein riesiger Koloss ist diese Bogenbrücke. Viele Meter hoch türmt sich der mächtige stählerne Bogen vor uns auf, wir sind beeindruckt.
Auf der Brücke ist der Blick dann recht eingeschränkt, wir fahren genau in der Mitte der 50 Meter breiten Brücke, unsere Fahrspuren sind eingezwängt zwischen Eisenbahnen links und den Gegenfahrbahnen rechts. Vom legendären Opernhaus erspähen wir erst mal nur die Dachspitzen.
Dann sind wir auch schon auf der anderen Seite. Hier teilen sich die Fahrspuren auf in einen gefühlt acht- oder zehnspurigen Highway, der uns spontan an die Freeways in Houston erinnert. Dass mitten zwischen den Fahrspuren eine große Baustelle ist erleichtert die Orientierung nicht, zumal dadurch die Fahrspuren anders verlaufen und anders beschildert sind als auf den Navi-Displays. Aber alles wird gut, rechtzeitig vor Beginn der mautpflichtigen Autobahn fahren wir ab. 
Einen Ampelstau müssen wir noch aussitzen und die verpasste Auffahrt auf den Richtung Meer verlaufenden Parkway wiederfinden - mit Navi-Hilfe kein größeres Problem- dann haben wir es geschafft: Die Millionenstadt liegt hinter uns.
Nun ist der Weg zum NRMA Sydney Lakeside Holiday Park in North Narrabeen schnell gefunden. Wir haben wieder eine En-Suite Site, was einfach wunderbar luxuriös ist. Wir sind, da wir gut durchgekommen sind, recht früh angekommen uns können so endlich mal wieder ganz entspannt auf dem Campground einen Kaffee trinken mit leckeren Muffins. Außerdem steht Wäsche waschen auf dem Programm.
Zum Abendessen gibt es eine leckere Variante des Speiseplans: Ich koche Spaghetti in einer der Campground Kitchens, was jedoch angesichts der eher überschaubaren Heizleistung der Kochplatten eine zeitraubende Geschichte wird. Egal, irgendwann ist auch die langsamste Pasta fertig und schmeckt wunderbar.

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