Auf diese Diskussion haben wir keine Lust und fahren trotz gemütlichem Frühstück vor dem Camper und Besuch der Dump Station um exakt Punkt 10 Uhr durch das Tor - mit spannender Erwartung ob sich die Schranke noch öffnet. 
Heute machen wir eine Fahrt ins Landesinnere, soweit man das bei der riesigen Landmasse Australiens sagen kann, wenn man sich kaum 100 Kilometer von der Küste entfernt. Nach dem Tanken in Nowra wählen wir die Tourist Route nach Kangaroo Valley.
Diese führt, kaum dass wir den Princes Highway überquert haben, ins bergige Hinterland. Viele Kurven sind zu befahren, es geht ordentlich bergauf. Schilder warnen, dass Lastwagen in den Kurven mehr Platz brauchen als üblich.
Dann versperrt uns eine Baustellenampel den Weg. Eine gefühlte Ewigkeit Geduld ist erforderlich, bis es weitergeht. Die Baustelle zieht sich bis zur Passhöhe hinauf, wo wir auf ein kleineres Sträßchen in Richtung eines Lookouts einbiegen. Dorthin führt dann eine kleine Stichstraße, die uns jedoch zu eng erscheint für unseren Camper. Also drehen wir, müssen an der Einfahrt in die Passstraße erneut für die Baustellendurchfahrt anhalten, bis wir endlich ins Kangaroo Valley abfahren können. Auf den nächsten Kilometern werden wir in kurzern Abständen von drei Polizei- und einem Notarztwagen überholt, für Oskar natürlich eine echte Schau.
Die Ortschaft Kangaroo Valley selbst ist ein echtes Schmuckstück. Entlang der Hauptstraße stehen viele schöne Häuser und Geschäfte.
Direkt hinter dem Ort steht eine besondere One Lane Bridge in Form einer mächtigen Hängebrücke. Da sie auch für schwere Lastzüge zugelassen ist - freilich nur einzeln - ist die Überfahrt mit dem Camper kein Problem, trotzdem erscheint es ins ein wenig abenteuerlich.

Jenseits der Brücke beginnt eine weitere Passstraße, die in die Highlands führt. Leider kommen wir auch hier nicht ohne Verzögerung weiter. Ohne erkennbaren Grund kommt der Verkehr zum Erliegen und staut sich bergauf, nichts geht mehr, es kommt uns auch niemand mehr entgegen. Hat die Stockung womöglich etwas mit den vielen Einsatzfahrzeugen vorhin zu tun? Ein Unfall womöglich?
Bis sich die Autoschlange wieder in Bewegung setzt ist schließlich mehr als eine halbe Stunde vergangen. Langsam rollen wir den Berg hinauf. Außer einem Kleinlaster, der mit einem Streifenwagen in einer Ausbuchtung steht, ist nicht zu erkennen, was den Stau verursacht hat. Zum Glück kein Unfall, denken wir uns.
Am Ende der steilen Straße geht es eben weiter, wir haben ein Hochplateau erreicht. Milton National Park zeigt ein Schild, und kurz darauf haben wir den Parkplatz der Fitzroy Falls erreicht.
Hinter dem Visitor Center sind noch 200 Meter zu gehen, dann stehen wir am ersten Lookout direkt am Abgrund eines tiefen mit dichtem Wald bewachsenen Canyons. Neben uns fällt der kleine Fluss, der eben noch friedlich am Wegesrand plätscherte, an einer Felswand in die Tiefe. 