Donnerstag, 5. Dezember 2024

02. Dezember 2024 Pambula Beach - South Durras

Kaum ist die Sonne aufgegangen gehe ich an Meer. Dass der Strand kaum 100 Meter entfernt ist muss man ausnutzen. Es ist Flut, und die Wellen kommen weiter hinauf als gestern. Ich warte ein wenig im Wasser, es ist herrlich frisch, aber bedeutend weniger kalt als an der Südküste.
Wir beobachten noch einmal ausgiebig die Platzkängurus, bevor wir losfahren. Es ist faszinierend, dass die Natur hier in Australien für ein und dieselbe Tiergattung - im Wald und offenem Land lebender leichtfüßiger Pflanzenfresser - ein gänzlich anderes Design herausformte als überall sonst auf der Welt in Form von Hirschen, Antilopen, Rehen und Deers.
Man würde nichts Besonderes für die Kängurus machen, erzählt mir die Frau im Office beim CheckOut auf meine Begeisterung über das "real Australian wildlife", die wären einfach da. Und wir sind froh darüber, fügt sie noch an.
Heute geht es bei prächtigem Wetter zunächst über den kleinen SAPPHIRE COAST DRIVE. Er verläuft mal nahe an der Küste, mal im waldigen Hinterland. Zum ersten Mal treffen wir hier auf die in Neuseeland weit verbreiteten One Lane Bridges. Wie der Name sagt sind sie nur einspurig gebaut, man muss sich die Brücke mit dem Gegenverkehr teilen und gegebenenfalls warten. 
In Tathra steht noch ein alter Walfang- Anleger, wohl der einzige seiner Art, der nicht in einer Bucht sondern an der offenen See gelegen ist. Angler stehen auf der Plattform, heute werden also kleinere Tiere an Land gezogen als früher.
Immer wieder führen Brücken über Flussmündungen und von den Gezeiten geformte Buchten. Hier liegen meist auch die kleinen Ortschaften entlang der Straße. Gingen ihre Gründungen wahrscheinlich alle von Fisch- oder Walfangaktivitäten aus, sind sie heute attraktive Ferienorte mit Marina, Strand und Golfplatz. Die meisten der Häuser sind hübsch anzusehen. 
Am ebenso wunderschönen wie einsamen Traumstrand des Cuttagee Beach machen wir Pause. Genau so haben wir uns Australien vorgestellt: Blauer Himmel, weicher Sand, tosende Wellen.
An der Ortsausfahrt von Bermagui wartet eine lange Straßenbaustelle auf uns. Ein Sign Man regelt den Verkehr und ein Pilot Car fährt bei der Durchfahrt voran. Alles ohne viel Brimborium. So einfach kann es sein. 
Hinter Akolele stoßen wir wieder auf den Princess Highway, verlassen ihn jedoch gleich wieder, um das aus vielen historischen und geschmackvoll restaurierten Holzhäusern bestehende Dorf Central Tilba zu durchfahren. Hier hat man sich viel Mühe gegeben, das alte Flair der gegen 1870 erfolgten Ortsgründung zu bewahren. Vieles steht unter Denkmalschutz und ist sehr schön anzuschauen.
In Narooma an der Mündung des Wagonga Inlets steht der "Australian Rock", ein natürliches Felsentor, dessen Umrisse denen Australiens ähneln.  
Viel interessanter ist hier aber die Klippenküste, die von einem Lookout aus betrachtet werden kann. An den Felsen brechen sich die Wellen, dahinter liegt die in der Ferne sichtbare Insel Montague - ein herrliches Bild.
Der "Australian Rock" ist wie viele andere Sehenswürdigkeiten überhaupt nicht ausgeschildert. Ohne Google Maps ist man hier aufgeschmissen. Offenbar haben sich auf der Suche nach dem Felsen schon manche verfranst, denn als wir auf der Rückfahrt im Ort drehen, winken uns einige freundliche Senioren zu, die auf einer Veranda beisammen stehen, und geben lachend mit einigen Handbewegungen an, wie man zur Attraktion gelangt.
Das Wasser des Inlets, den wir anschließend auf einer Klappbrücke überfahren, wird mit Macht von der Ebbe hinausgesaugt; das bildet eine enorme Strömung, die man mit durch Felsen in Mäandern vorgegebener Fließrichtung zu bändigen versucht. Auch hier möchte man nicht ins Wasser fallen.
Den Höhepunkt des schönen Tages bildet jedoch kein Strand, keine Brücke und kein Lookout, sondern die in Bodalla gelegene Cheese Factory "Bodalla Dairy Shed". Wir betreten einen mit viel Liebe zum Detail gestalteten Verkaufsraum, der uns sofort begeistert. Bevor wir jedoch zum Einkaufen kommen, kann Oskar bei einer Kälberfütterung auf der Koppel hinter dem Haus mithelfen. Er hält eine große Milchflasche mit Schnuller, aus der ein Kälbchen begierig saugt. 
Dann suchen wir uns Eis aus, dürfen vorher jede Sorte probieren, dann wird reichlich ausgegeben. In Australien ist man bei der Größe der Eiskugeln immer sehr großzügig.
Auch beim Käse dürfen wir probieren. Das fördert den Umsatz, klar, denn was einem schmeckt kauft man gerne. So macht Einkaufen richtig Spaß und gibt Vorfreude auf das Abendessen.
Auch sonst hat das am Princess Highway gelegene Bodalla viel Charme. Selbst die örtliche Post residiert in einem hübschen Gebäude.
Danach zieht sich die Fahrt ziemlich in die Länge. Noch dazu passiert uns ein Navigationsirrtum, bei dem wir einen falschen Ortsnamen ins Navi eingeben. Dies kann freilich bei den hier teils so gleich klingenden fremdartigen Ortsnamen sehr leicht passieren, vor allem wenn es Murramarang zweimal gibt, die am selben Küstenabschnitt liegen und beide einen Beach Drive haben.
Also müssen wir ein gutes Stück wieder zurück. Gut, dass wir am Campground "Late Arrival" angegeben haben, so wartet ein Umschlag mit allen Platzinfos am geschlossenen Office auf uns. Für einen Besuch des abendlichen Strandes ist es nun leider jedoch zu spät.
Auch hier bevölkern wieder Kängurus den gesamten Platz. Wir müssen sie sogar von unserer freien Site vertreiben und essen dann kaum zwei Meter von besonders zutraulichen Exemplaren entfernt zu Abend.

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