Das inzwischen vertraute Australien- Geräusch weckt uns auch heute: Regentropfen prasseln aufs Camperdach.
Es hört irgendwann auf, bleibt aber dunkelgrau bedeckt. Der Tag startet mit unserem Plan zu einem 120 Kilometer-Return auf die Halbinsel "The Prom", deren Berge wir gestern schon erblicken konnten. Ich erkundige mich beim Losfahren bei der Platzchefin, ob es im Nationalpark noch eine Chance auf "a little spot of sun" gebe. Sie schaut extra im Internet nach und meint, es wären Wolken und Sonne angegeben, teils auch Regen. Wir werden es wagen.
Und wahrhaftig kommt hinter Flinders die Sonne zum Vorschein, und auch die Einfahrt in den Nationalpark erleben wir im Sonnenschein.
"The Prom" ist eine bewaldete Halbinsel, die weit ins Meer hineinragt und viele Strände und jede Menge Wandermöglichkeiten bietet. Bei Sonnenschein gibt das tiefblaue Meer dem Ganzen ein beinahe tropisch anmutendes Ambiente. Wir erleben den Nationalpark bei dichter Bewölkung und Temperaturen, die weder zu einem Strandgang noch zu einer Wanderung animieren.
Also gewagt und nicht gewonnen - wir planen um und fahren nach der Auffahrt zum höchsten Parkplatz Telegraph Saddle am Mt. Oberon und einem Kaffee im General Store in Tidy River, dem touristischen Mittelpunkt des Parks, bald wieder zurück. Susanne hatte liebevoll viele Informationen zusammengetragen, was man hier alles hätte unternehmen können, geplant waren zwei Tage.
Als wir wieder am Campground in Toora vorbeifahren, startet der Regen. Und es regnet und regnet; 200 Kilometer lang - verrückt. Wir fahren durch Ortschaften wie Stratford, das wie sein englischer Zwilling, die Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon, auch in Australien an einem Fluss namens Avon liegt. Wir befahren endlose spannungsfreie Geraden durch Wälder und riesige Weiden, wobei uns nur alle paar Minuten ein Auto entgegenkommt. Wir erleben das regionale Zentrum Sales durch das Hin und Her der Scheibenwischer. Hier treffen wir wieder auf den altbekannten "Princess Highway", der einspurig je Richtung, aber diesmal teilweise mit Mittelleitplanke ausgebaut ist.
Erst als wir an unserem Ziel, dem Lake King Waterfront Caravan Park in Eagle Point ankommen, setzt der Regen aus. Wir nutzen den direkten Seeblick vor unserem Sprinter für einen gemütlichen Kaffee. Dann kommt leichter Nebel auf - man könnte die englisch anmutende Landschaft unserer heutigen Fahrt hat sich auch auf das Wetter niedergeschlagen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.